Nadine Wagner

Retrospektive von Erwachsenen aus alkoholbelasteten Familien unter dem Aspekt der Jugendhilfeerfahrung in ihrer Kindheit
(Im Speziellen: Ambulante Kinder- und Jugendhilfe)

Ziele

In meiner Studie spreche ich mit Erwachsenen.
Als sie Kinder waren, haben ihre Eltern zu viel Alkohol getrunken.
Die Familien haben Hilfe bekommen, entweder zu Hause oder im näheren Umkreis.

Ich möchte wissen:
Wie war das Leben für diese Kinder?
Und was bedeuten diese Erlebnisse heute für sie?

Flyer Bild der Studie

Kriterien

Sie können mitmachen, wenn Sie alle Punkte mit Ja beantworten:

  1. Ich bin erwachsen. Das heißt: Ich bin mindestens 18 Jahre alt.
  2. Ich bin Kind von einem Elternteil, der Alkoholprobleme hat oder hatte.
    Es ist egal, ob die Krankheit vom Arzt festgestellt wurde oder nicht.
    Wichtig ist, dass ich selbst finde: Der Alkoholkonsum meiner Eltern hat mir als Kind geschadet.
  3. Ich habe als Kind Hilfe vom Jugendamt mitbekommen.
    Zum Zeitpunkt des Gesprächs ist diese Hilfe schon vorbei.
    Es ist auch egal, ob ich noch andere Hilfen bekommen habe.
  4. Die Hilfe durch das Jugendamt war nach dem Jahr 1991.
  5. Ich bin bereit, zusammen mit der Forscherin die alte Akte beim Jugendamt anzusehen.

Nutzen für Teilnehmende

Wenn Sie an der Studie teilnehmen, kann das mehrere gute Dinge bewirken:

  1. Sie helfen der Forschung.
    Ihre Erfahrungen können dabei helfen, mehr über Kinder aus Familien mit Alkoholproblemen zu lernen. So entsteht neues Wissen, das auch anderen Menschen helfen kann.
  2. Sie haben die Möglichkeit, Ihre ganze Lebensgeschichte zu erzählen – vielleicht zum ersten Mal.
    In dem Gespräch geht es nur um Sie.
    Die Forscherin hört Ihnen aufmerksam zu und interessiert sich für Ihr Leben.
  3. Sie können sich selbst besser verstehen.
    Beim Erzählen merken Sie vielleicht, wie Ihr Leben verlaufen ist und was Sie daraus gelernt haben.
    Sie können neue Gedanken und Gefühle über Ihr eigenes Leben entdecken.
  4. Sie dürfen gemeinsam mit der Forscherin Ihre Akten beim Jugendamt ansehen.
    Das kann Ihnen helfen, mehr über Ihre Vergangenheit zu erfahren.
    Vielleicht bekommen Sie Antworten auf Fragen, die Sie schon lange haben.
    Das kann ein gutes und stärkendes Gefühl geben.
  5. Sie können Ihre Kindheit aus einem neuen Blickwinkel sehen.
    Sie bekommen die Chance, auf Ihr Leben zurückzuschauen und etwas für sich selbst zu klären.
    Viele Menschen fühlen sich danach erleichtert und gestärkt.
  6. Die Ergebnisse können auch anderen helfen.
    Die Studie hilft, die Arbeit mit Familien und Kindern in schwierigen Lebenslagen zu verbessern.
    So kann Ihre Teilnahme dazu beitragen, dass Kinder aus ähnlichen Familien in Zukunft besser unterstützt werden.

Hinweise

Bei der Studie kann es sein, dass Sie traurig oder aufgewühlt werden.
Das kann passieren, wenn Sie über schwere Erlebnisse aus Ihrer Kindheit sprechen.
Oder wenn Sie in Ihren Akten Dinge lesen, die Sie vorher nicht wussten.
Manche Erinnerungen können weh tun.

Wichtig:
Sie müssen nicht über etwas sprechen, das Sie nicht möchten.
Und Sie dürfen die Studie jederzeit beenden.
Sie müssen dafür keinen Grund sagen.

Die Ergebnisse der Studie bekommen Sie normalerweise nicht direkt.
Das hat einen Grund:
Manchmal versteht die Forscherin etwas anders, als Sie es selbst sehen.
Das könnte Sie traurig oder wütend machen.

Wenn Sie trotzdem etwas über die Ergebnisse wissen möchten, können Sie das sagen.
Dann überlegt die Forscherin, was sie Ihnen erzählen kann, damit es Ihnen gut geht.
Sie ist Sozialarbeiterin, aber keine Therapeutin.
Das heißt: Sie darf nicht behandeln, wenn Sie sich schlecht fühlen.

Datenschutz

Datenspeicherung

Für die Studie werden Informationen gesammelt.
Das passiert in drei Schritten:

  1. In einem Gespräch (Interview).
  2. Bei einer Akteneinsicht im Jugendamt, das damals zuständig war.
  3. In einem zweiten Gespräch (Interview).
Alle diese Daten werden nur für die Forschung benutzt.
Die Daten werden gespeichert, bearbeitet und später veröffentlicht – aber ohne Namen.

Alle gespeicherten Daten sind mit einem Passwort geschützt.
Nach dem Ende der Studie werden sie anonymisiert aufbewahrt.
Das heißt: Es steht nirgendwo, von wem die Informationen stammen.

Die Interviews werden mit einem Tonaufnahmegerät aufgenommen.
Auch diese Aufnahmen sind passwortgeschützt.
Sie werden abgeschrieben (transkribiert), und alle Namen oder Hinweise auf Personen werden gelöscht.

Vertraulichkeit während des gesamten Prozesses und darüber hinaus:

Alles, was Sie erzählen, bleibt geheim.
Ich gehe sehr sorgfältig und vertraulich mit Ihren Daten um.
Auch wenn Sie die Teilnahme beenden, werden Ihre bisherigen Daten nicht weitergegeben.

In der Veröffentlichung werden keine Namen genannt.
Ich ändere alle Angaben so, dass niemand erkennen kann, um welche Person es sich handelt.

Ethische Bedenken?

Eine Ethik-Kommission hat am 8. Oktober 2025 entschieden:
Die Studie hält sich an die ethischen Regeln der Forschung.

Über mich

Mein Name ist Nadine Wagner.
Ich habe 2019 den Bachelor in Sozialer Arbeit und 2024 den Master in Sozialmanagement gemacht.
Ich arbeite in der Kinder- und Jugendhilfe in Berlin.
Ich unterstütze Familien, die in schwierigen Lebenssituationen sind, damit es ihren Kindern gut geht.

Mir liegt dieses Thema sehr am Herzen.
Ich möchte, dass (erwachsene) Kinder aus Familien mit Alkoholproblemen gesehen und verstanden werden.
Viele von ihnen haben es in ihrer Kindheit besonders schwer gehabt.

Mit meiner Forschung möchte ich dazu beitragen, dass diese Kinder mehr Beachtung und Unterstützung bekommen –
und dass unsere Gesellschaft besser versteht, was sie erlebt haben.

Ich hoffe, dass meine Studie hilft, die Welt ein kleines Stück besser zu machen.
Meine Promotion mache ich unter Betreuung und Prüfung der Brandenburgischen Technischen Universität in Cottbus-Senftenberg und der Alice Salomon Hochschule in Berlin.

Kontakt

Sie können mich während der ganzen Studie über diese E-Mail-Adresse erreichen.
Wenn Sie Fragen haben, können Sie sich jederzeit an mich wenden.

Sie können mich auch auf Social Media kontaktieren: