Ziele
Die Studie zielt darauf ab, erwachsene Kinder aus alkoholbelasteten Elternhäusern und mit Erfahrungen ambulanter Kinder- und Jugendhilfemaßnahmen zu Wort kommen zu lassen. Ich interessiere mich für die Lebensgeschichte der betroffenen erwachsenen Kinder! Ich möchte rekonstruieren, welche Bedeutungen diese Umstände für das Leben dieser Menschen haben.
Kriterien
Für die Teilnahme an der Studie können Sie folgende Kriterien mit ja beantworten:
- Ich bin eine erwachsene Person (mindestens 18 Jahre).
- Ich bin Kind von mindestens einem Elternteil (sozial wie biologisch), das problematisch Alkohol konsumiert (hat).
Hierbei gilt: Eine Alkoholerkrankung muss nicht diagnostiziert sein, in meinem Forschungsprojekt geht es um die persönliche Empfindung und das mit dem Alkoholkonsum der Eltern verbundene chronische Leiden. - Ich habe in der Kindheit eine ambulante Kinder- und Jugendhilfemaßnahme miterlebt.
Hierbei gilt: Zum Zeitpunkt des Interviews sollte die Hilfemaßnahme abgeschlossen sein und diese muss nicht zwangsläufig die einzige Hilfeform gewesen sein. - Die Jugendhilfeerfahrung war ab 1991 gewesen.
- Ich bin (zusätzlich zum Interview) bereit gemeinsam mit der Forscherin eine Akteneinsicht beim damalig zuständigen Jugendamt vorzunehmen.
Nutzen für Teilnehmende
Durch die Teilnahme an der Studie können die Teilnehmenden zu neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen beitragen – zu einem Thema, das sie persönlich betrifft. Gleichzeitig erhalten sie die Möglichkeit, ihre Lebensgeschichte zu erzählen und sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen. Im Gespräch mit einer interessierten Forscherin können sie ihr Leben reflektieren und neue Einsichten gewinnen.
Die gemeinsame Akteneinsicht – begleitet durch die Forscherin in ihrer Rolle als Sozialarbeiterin – kann Fragen klären und ein Gefühl der Selbstermächtigung vermitteln. So entsteht die Chance, die eigene Kindheit und Biografie aus einer neuen Perspektive zu betrachten und ein persönliches Fazit zu ziehen.
Im besten Fall gehen die Teilnehmenden mit einem gestärkten und positiven Gefühl aus der Studie hervor.
Die Ergebnisse sollen nicht nur die Forschung bereichern, sondern auch das Wissen für die Praxis in der Kinder- und Jugendhilfe erweitern – insbesondere im Umgang mit Kindern aus alkoholbelasteten Familien. Dadurch kann langfristig zur Professionalisierung der Arbeit und zur Verbesserung der Lebenssituation betroffener Kinder beigetragen werden.
Hinweise
Im Rahmen der Studie kann es zu emotionalen Belastungen kommen – etwa, wenn sensible Themen angesprochen oder durch die Einsicht in die Fallakten bislang unbekannte Aspekte sichtbar werden. Diese können Teilnehmende emotional berühren oder im Einzelfall auch verletzen. Die Teilnahme kann jederzeit und ohne Angabe von Gründen beendet werden.
Aus ethischen Gründen werden die Ergebnisse der Datenauswertung in der Regel nicht an die Teilnehmenden zurückgegeben. Unterschiedliche Deutungen könnten belastend wirken oder unerwartete Reaktionen auslösen. Wenn dennoch eine Rückmeldung gewünscht wird, entscheide ich verantwortungsvoll, in welchem Umfang dies möglich ist – im Rahmen meiner Rolle als Sozialarbeiterin und ohne therapeutische Maßnahmen, die über meine professionelle Rolle hinausgehen.
Datenschutz
Datenspeicherung
In Form eines Interviews, einer Akteneinsicht beim damalig zuständigen Jugendamt und eines wiederholten Interviews werden Daten für den Forschungszweck gesammelt, gespeichert, verarbeitet und publiziert.
Alle erhobenen Daten werden sicher passwortgeschützt gespeichert und nach Veröffentlichung des Forschungsprojektes in anonymisierter Form aufbewahrt.
Die auf einem Tonband aufgezeichneten Interviews werden sicher passwortgeschützt gespeichert, anonymisiert transkribiert und Identifikationsmerkmale werden entfernt.
Vertraulichkeit während des gesamten Prozesses und darüber hinaus:
Während des gesamten Forschungsprozesses wird vertraulich mit den Daten und allem, was mir die Teilnehmenden erzählen werden, umgegangen. Auch dann, wenn die Teilnehmenden die Studienteilnahme abbrechen, werden die Daten vertraulich bleiben. Alle Angaben werden anonymisiert und Angaben, die auf die Person schließen lassen, werden so verändert, dass eine Identifizierung ausgeschlossen ist.
Ethische Bedenken?
Eine Ethikkommission hat in ihrer Sitzung am 08.10.2025 darüber entschieden, dass mein Forschungsprojekt ethische Grundprinzipien schützt und somit keine ethischen Bedenken vorliegen.
Über mich
Ich heiße Nadine Wagner. Ich habe 2019 meinen Bachelorabschluss in Soziale Arbeit und 2024 meinen Masterabschluss in Sozialmanagement gemacht.
Ich arbeite in der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe in Berlin.
Das bedeutet, ich arbeite mit Familien, deren Lebenssituationen auf unterschiedlichste Art und Weise ins Schwanken geraten sind. Ich verhelfe ihnen dabei geeignete Wege zu finden, um gestärkt zu werden und den Lebensanforderungen im Sinne des Kindeswohls gerecht zu werden.
Dafür setze ich beispielsweise auch ambulante Hilfen zur Erziehung ein.
Das ist nur eine von sehr vielen Möglichkeiten, um Menschen bei Erziehungs- und Alltagsproblemen zu helfen.
Ich mache mir mit meinem Forschungsprojekt also auch ein Stück weit meine Berufung zur Sozialarbeiterin zum Begleitumstand. Mir sind die Anliegen von (erwachsenen) Kindern aus alkoholbelasteten Familien besonders wichtig. Ich möchte, dass sich niemand mehr davor verstecken muss unter welchen Herausforderungen er*sie aufwächst.
Jeder Mensch hat sein Päckchen zu tragen. Einige müssen ein ganz besonders großes Packet mit sich herumschleppen. Dazu zähle ich auch die Kinder, die alkoholerkrankte Eltern(teile) haben und die unter härtesten Bedingungen aufwachsen. Ich möchte einen Beitrag dazu leisten, dass die Welt ein kleines Stück besser wird. Ich denke das kann ich, indem ich dieses Thema auch für den wissenschaftlichen Kontext erweitere.
Dazu sollen mir meine Ergebnisse der Untersuchung verhelfen.
Mein Promotionsvorhaben führe ich unter Betreuung und Begutachtung der Brandenburgischen Technischen Universität in Cottbus-Senftenberg und der Alice-Salomon-Hochschule in Berlin durch.
Kontakt
Sie können mich während des gesamten Forschungsprozesses über diese Mailadresse erreichen und kontaktieren.
Ich stehe für Fragen jederzeit gerne zur Verfügung.